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In diesem ehrenwerten Haus

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Heute morgen schrieb ich einen kurzen Bericht auf Facebook ĂŒber meinen Ventilator, der mir letzten Sommer vom leider nicht verschlossenen Speicher entwendet wurde – ja ich weiß, ich bin viel zu leichtglĂ€ubig. Oder vielleicht kann man es dann doch dumm nennen, denn es gleicht schließlich einer Einladung wenn so viele tolle Sachen auf dem Speicher stehen die man einfach nehmen kann.
Auf jeden Fall wurde der Ventilator im Winter wieder ĂŒber den Zaun geworfen, so dass ich ihn nun wieder habe.

kĂŒhlung

So gesehen war es ja kein Diebstahl, sondern eine Leihnahme – finde ich immer noch nicht lustig, aber ich bin glĂŒcklich das ich den Ventilator im Moment habe. Also an dieser Stelle ein Dank, an den Entwender und wieder ZurĂŒckbringer, denn er oder sie hĂ€tte es ja auch in den Container schmeißen können.

Bei der Gelegenheit ist mir mein Fahrrad wieder eingefallen das mir vor ĂŒber einem Jahr entwendet wurde.
Irgendwie ging mir das Fahrrad wie so oft nicht mehr aus dem Kopf, ich schaue wirklich jeden Tag ĂŒberall wo ich FahrrĂ€der sehe, ob mein Fahrrad dabei ist.
Irgend eine Stimme sagte mir dann ich soll mal in den Fahradkeller schauen. Das hatte ich vor einem Jahr schon getan, kurz nachdem es verschwunden war.

Diesmal dachte ich, das ich meinen Augen nicht traue, da schaue ich jeden Tag ĂŒberall nach meinem Fahrrad, dabei steht es im Fahrradkeller.
Abgedeckt mit einem großen Handtuch und einem anderen Schloß

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Ich war in dem Moment nur ĂŒberglĂŒcklich.
Ich habe das Rad postwendend drei Stockwerke nach oben getragen und nun steht es mitten in meiner kleinen Wohnung.

Erst danach dachte ich darĂŒber nach das dies vielleicht auch eine Straftat wĂ€re?
Zuerst den Hausmeister angeschrieben, ob ich das Rad nehmen kann, oder ob ich Anzeige erstatten soll.
Er meinte ich soll Anzeige erstatten. Ich erklĂ€rte ihm das ich das Rad jetzt in meiner Wohnung habe, aber ich mal bei der Polizei anrufen werde uum zu  hören was die dazu sagen.

Der Polizist meinte dann das wenn ich den Kaufbeleg habe und  die Rahmennummer identisch ist, dann darf ich es an mich nehmen, ich solle aber einen Aushang machen, das sich der Besitzer von dem neuen Schloß innerhalb 5 Tagen melden kann, andernfalls darf ich das Schloß mit Hilfsmittel öffnen.

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Der Beleg ist ja wohl eindeutig 🙂
Ich hatte das Fahrrad vor vier Jahren bei einer Bahnversteigerung ersteigert und war total stolz auf mein Fahrrad. Ich hatte so viel Geld rein gesteckt an neuen Reifen, Bremsen und die Schaltung musste ich auch erneuern.

Im Nachhinein sind mir nun einige MĂ€ngel aufgefallen, die vorher nicht da waren.
Ich hatte zwei Wochen bevor es weg war einen neuen Fahradsattel gekauft, jetzt ist ein alter kaputter dran. Der Korb hinten fehlt komplett und meine schwere teure Fahrradkette ist natĂŒrlich auch weg.
DafĂŒr das sie aufbruchssicher gewesen sein sollte glĂ€nzt sie prima mit Abwesenheit. Das Ă€rgert mich am meisten, weil ich dafĂŒr richtig viel Geld hab liegen lassen.

Ich bin gespannt ob sich jemand meldet. Aber ich denke eher nicht.
Eine Anzeige werde ich mir wohl sparen, denn das bringt nur viel Arbeit fĂŒr die Polizei und rum kommen wird dennoch nichts. Ist ja nur ein Rad.

Ich habe mein Rad geliebt und im Winter gehasst, aber es war bis vor zwei Jahren mein einzigstes Fortbewegungsmittel.
Als ich dann das Auto bekommen habe stand das Rad fast immer nur ungenutzt am FahrradstÀnder. Aber dennoch habe ich jeden Tag geschaut ob es noch steht.
Mehrmals habe ich ĂŒberlegt es in den Fahrradkeller zu stellen, aber da ich gerne am Wochenende mit dem Rad fahre weil es schneller und bequemer ist damit in die Stadt fahren habe ich es draussen stehen lassen.
Dann hatte ich einen Platten und es stand bestimmt 4 Montate nur rum. Dies ist wahrscheinlich noch jemand anderen aufgefallen, der dachte, das das Fahrrad niemandem mehr gehört. Und da kein Hahn danach krÀhte ist er einfach damit gefahren und hat es ganz frech im Fahrradkeller abgestellt.
Ich hatte es damals zwar dem Hausmeister gemeldet, aber keine Anzeige erstattet. Wozu auch, es bringt meist nichts und schafft den Behörden nur Mehrarbeit.

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Nun steht mein Rad in meiner kleinen 45 mÂÂČ Wohnung, zumindest die nĂ€chsten 5 Tagen bis sich der Besitzer des Schlosses meldet.

Allerdings ist mir, erst als ich mir das Schloss  genauer angeschaut habe, aufgefallen, das es gar nicht verschlossen war. So bin ich nun am ĂŒberlegen ob ich morgen damit ins Schwimmbad fahren soll.
Ach ne, ich habe ja gar kein Schloß mehr und ohne lasse ich es mit Sicherheit nirgends mehr stehen.

Was ist das nur fĂŒr ein Haus, in dem alles weg kommt was nicht Niet und Nagelfest ist? Allerdings hatte ich mal meine Handtasche unten im Fahrradkorb vergessen, fast eine Stunde lang, es waren Geldbörse und alle Ausweise drin.
Alles war noch da und seither hatte ich irgendwie das GefĂŒhl das es doch nicht so schlimm hier sei. Am letzten Samstag hatte ich sogar den SchlĂŒssel aussen an der HaustĂŒre stecken lassen, wĂ€hrend ich den ganzen Mittag am See war.
Ich hatte es erst bemerkt als ich schon am Auto stand und kam natĂŒrlich auch unten nicht mehr hinein.
Da ich nirgends klingeln wollte und mir auch nicht sicher war, das ich den SchlĂŒssel vieleicht  drinnen gelassen habe, bin ich an den See und Schwiegersohn hatte spĂ€ter den ErsatzschlĂŒssel gebracht.

Ich wohne inzwischen seit 10 Jahren hier und der einzigste Grund warum ich noch nicht ausgezogen bin, ist die phantastische Lage.
5 Min zum Bahnhof, Innenstadt, Park, Einkaufsmöglichkeiten.
Ok, eine der Hauptverkehrsstraßen verlĂ€uft unter meinem Balkon, ich habe keine Badewanne, was ich sehr schmerzlich vermisse.
Zudem hĂ€tte ich liebend gerne einen Garten. Allerdings hat mein Sohn ein GrundstĂŒck an einem Fluss, da darf ich nĂ€chstes Jahr ein StĂŒck zum bepflanzen haben. Allerdings sind das 15 km von hier und wenn ich da im Hochsommer tĂ€glich hin muss, dann wird es auch nicht gĂŒnstig wegen dem Benzin.
Also ist das doch die Gelegenheit eine Wohnung dort im Dorf zu suchen. Irgendwie sehne ich mich schon lÀnger nach mehr Ruhe.

Mein Freund wollte nicht ins Dorf und ihm zuliebe bin ich hier in der Stadt geblieben.
Nun hat er es aber vor 5 Wochen vorgezogen lieber ihm selbst zuliebe wieder eigene Wege zu gehen, so dass mich nun eigentlich nichts mehr hier hÀlt.

Ich bin aus einer Not heraus hier in Offenburg gestrandet. Die Wohnung war nicht das was ich mir vorgestellt hatte, aber ich hatte 4 eigene WĂ€nde, konnte wieder die TĂŒr hinter mir schließen und nicht mit meiner Enkelin ihr Zimmer teilen, die zu diesem Zeitpunkt erst 6 Monate alt war.
Ich war meiner Tochter dankbar das sie mich aufgenommen hatte, nachdem ich, nur mit einem Koffer in Berlin gestanden hatte, aber ich strebte danach zur Ruhe zu kommen.

Ich hatte hier praktisch wieder bei Null angefangen und war mit der Zeit richtig stolz das ich nach und nach alles wieder hatte was ich brauchte um mich wohl zu fĂŒhlen.
Ich bin hier eingezogen mit einem Bett, einem Tisch, Kleinkram.

Keine KĂŒche, die kam erst nach einem halben Jahr. Ich brauchte eine Waschmaschine und Möbel. Nach und nach richtete ich mich ein, bekam viel geschenkt. Mein Onkel der von meiner misslichen Lage hörte schenkte mir ein Sofa, ich war dankbar ĂŒber alles was ich bekam.

Vor sechs Jahren lernte ich meinen Partner kennen. Na ja, wir hatten eine sehr schöne Zeit, auch Zeiten die nicht so toll waren, aber fast nie Streit. Dennoch gehen wir nun wieder getrennte Wege, weil es sein Wunsch war und ich ihn Akzeptieren muss. Er ging und hatte sein Handy ausgestellt und ist seitdem nicht mehr erreichbar.
Ich bin zu stolz hin zu fahren, wozu auch, es wĂŒrde nur weh tun. Das kann ich mir auch besser ersparen.

Eigentlich geht es mir gut, abgesehen von einer Nebenkostenabrechnung die mir Kopfzerbrechen bereitet, aber es gibt immer einen Weg. NĂ€chste Woche weiß ich hoffentlich mehr.

Ups, ich wollte ja von diesem komischen Haus berichten, aber das gehört irgendwie auch alles hier her.
Vielleicht sollte ich nun auch mit dieser Zeit abschließen wie mit so vielen Zeiten in meinem Leben die ich abgehakt habe.

Einfach noch einen neuen Startpunkt in meinem Leben setzen. Jetzt ist glaube ich der richtige Zeitpunkt.
Ich bin gesund, es geht mir gut. Ich kann mein Leben auch mit wenig genießen.
Ich habe sogar mein Rad wieder, kein neues aber ich liebe es, gerade jetzt im Sommer, es ist so toll sich den Wind um die Nase wehen zu lassen auf dem Kinzigdamm, oder am Rhein.

Mir fiel eben noch ein Spruch ein, den meine ehemalige Chefin immer sagte: Das Haus verliert nichts.
Stimmt, hier habe ich bisher alles zurĂŒck bekommen was mir genommen wurde. Bevor er noch zurĂŒck kommt ziehe ich lieber aus, denn inzwischen genieße ich es wieder in meiner Wohnung alleine zu sein. Wenn ich Trubel brauche kann ich jederzeit meine zahlreichen Enkel besuchen. Ausserdem hab ich im GeschĂ€ft auch oft Trubel genug.

 

Eine Antwort auf „In diesem ehrenwerten Haus“

Hey Andrea! Wie unglaublich dreist die Leute sind…. So Àrgerlich!
Gut, dass Du Dein Rad wieder hast. Aber kann man sich denn da wirklich wohl fĂƒÂŒhlen? Nun ja…. ein Umzug kostet auch wieder und zentral zu wohnen hat ja auch echt Vorteile…. vielleicht kommt ja irgendwann eine gute Gelegenheit
Liebe GrĂƒÂŒĂƒĆže
Dani

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